10. Januar – Jahreswechsel, Reflektion und Wahlkampf digital

Antje Runge 10.01. Meine Woche –Jahreswechsel, Reflektion und Wahlkampf digital

Seit fast zwei Wochen ist es endlich vorbei, das Corona-Jahr 2020. Gefühlt zog es sich zäh in die Länge und zerrte an den Nerven. Abstand halten und virtuelle Treffen waren die Kernelemente des neuen Miteinanders, im Beruflichen wie im Privaten. Während für die einen das Homeoffice zum Arbeitsalltag wurde, waren andere systemrelevant, wieder andere hatten Angst um ihre Existenz, mussten in Kurzarbeit oder warteten auf Staatshilfen und es gab auch Branchen, die hatten derartig viel zu tun, wie lange nicht. Zu Beginn des neuen Jahres, mit Aussicht auf einen Impfstoff für alle, die es wollen, eint die meisten von uns wohl die Hoffnung, dass es nur besser werden kann, auch wenn aktuell der Lockdown bis Ende des Monats verlängert würde. Und die Hoffnung, dass Positives aus dem Corona-Jahr mitgenommen wird in die Zukunft: mehr Miteinander, die große Bedeutung von Solidarität, Achtsamkeit oder Arbeitsmodelle auch von zuhause aus.

Wenn ich mein ganz persönliches Fazit des Corona-Jahres ziehe, so war dennoch eine ganze Menge los. Auf der einen Seite bedingt durch meine Bürgermeisterkandidatur, aber auch privat und beruflich. Ende Januar bin ich 50 geworden: Die für den Sommer geplante Feier fiel aus, aber ich habe mir danach einen schon länger schwelenden Wunsch erfüllt und mir ein E-Bike gekauft und damit in 2020 immerhin rund 1.000 Kilometer zurückgelegt. Ich war mit meinem Mann an der Nordsee im Urlaub und im Taunus wandern. Ich war mit Freunden unterwegs, habe die Oberurseler Gastronomie genossen, entweder direkt oder bei Bestellungen. Der Orscheler Sommer konnte genau wie der Altstadt-Flohmarkt unter strengen Hygienekonzepten stattfinden. Beides wurde zum Erfolg und zeigt, wie wichtig kreative Ideen sind, um das Zusammenleben lebendig zu gestalten.  Und nicht zuletzt habe ich Anfang Juli meinen Hut als Bürgermeisterkandidatin in den Ring geworfen. Mittlerweile stehen 7 Männer und mit mir die einzige Frau zur Wahl. Eine größere Diversität in Oberursels Strukturen erhoffe ich mir ebenfalls für die Zukunft, damit Frauen und Männer in Politik und Gesellschaft mitentscheiden.

Seitdem hatte ich zahlreiche Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern. So lange es möglich war mit meiner ANSPRECHBAR in der Innenstadt und den Stadtteilen, bei organisierten Radtouren, bei Spielplatzgesprächen mit jungen Familien, Besuchen beim FokusO, bei Oberurseler Gewerbetreibenden oder bei Vereinen. Vieles davon konnten Sie hier auf meiner Homepage oder auf meiner Facebook-Seite mitverfolgen, manches auch in der Presse. Gern hätte ich längerfristig den direkten Dialog fortgeführt, aber die Corona-Regeln ließen und lassen das derzeit nicht zu. Das ist schade, aber für mich gilt selbstverständlich privat wie im Wahlkampf: Gesundheit ist das höchste Gut. Daher habe ich auf Einzelbesuche und verschiedene virtuelle Formate umgestellt. 100 Einzelhändler, Gastronomen oder Gewerbetreibende habe ich in der Adventszeit besucht und lade seitdem auch regelmäßig zu digitalen Sprechstunden ein. Und wenn ich hier von mir spreche, dann meine ich im Grunde WIR. Denn allein hätte ich die Vorbereitung und Organisation nicht geschafft. Daher bin ich dankbar für die Unterstützung meiner Familie und auch für die Unterstützung meines parteiübergreifenden Teams, in dem Alter oder gar Parteibücher keine Rolle spielen.

Ganz schön viel los also mitten in der Pandemie? War das Corona-Jahr auf den zweiten Blick doch besser als eigentlich angenommen? Es war schwer genug, aber bei allen Schwierigkeiten hatte ich doch das Gefühl, dass wir trotz Abstand und digitalen Formaten irgendwie ein Stückchen enger zusammengerückt sind. Plötzlich schossen lokale Hilfsangebote aus dem Boden, Oberursel ging in den digitalen Dialog und unterstützte Handel und Gewerbe auf städtischen oder privaten Plattformen. Es entstand ein neues Miteinander. Wir sollten uns dies erhalten und die Aufmerksamkeit auch künftig öfter auf diejenigen lenken, die viel zu selten im Blickpunkt stehen.

Zum Jahreswechsel habe ich daher gemeinsam mit Doris Mauczok, der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Oberursels, zehn stationäre oder mobile Pflegeeinrichtungen in Oberursel besucht, um mich dort – selbstverständlich unter Einhaltung aller Corona-Regeln – bei den Pflegekräften für ihren unermüdlichen Einsatz im Corona-Alltag zu bedanken. Noch heute zehre auch ich von dem Optimismus, mit dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen auf 2021 blicken. Es sind vor allem die begonnenen Impfungen, die diesen Optimismus speisen, es ist aber auch die Hoffnung, dass die gesellschaftliche Anerkennung für den Pflegeberuf Bestand hat und dass sich diese Anerkennung künftig auch in einer fairen Bezahlung niederschlagen wird. Und daher ziehe ich persönlich trotz aller Schwierigkeiten ein durchaus positives Resümee des zurückliegenden Jahres und schaue optimistisch nach vorn.

Gute Vorsätze für 2021 habe ich natürlich auch. Ich habe wieder angefangen, mehr Sport zu treiben, zu Hause mit den Online-Angeboten der TSGO. Lange Spaziergänge sind auch angesagt, denn sie machen den Kopf frei. Wenn es schneit, umso besser, ich liebe Schnee.

Der Bürgermeisterwahlkampf wird selbstverständlich in den kommenden Wochen neben meiner beruflichen Tätigkeit meinen Alltag prägen. Dabei sind für mich die Online Bürgersprechstunden Klartext Runge sowie die virtuellen Themen-Dialoge wesentliche Vorhaben, um weiterhin mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Aktuell führe ich Dialoge zu den Themen Online-Handelsplatz und Klimaschutz. Und ich werde diese Online-Angebote weiter ausbauen. In Kürze werde ich in einem neuen Online-Format Stellung zu unterschiedlichen Oberurseler Themen beziehen. Dieses Format kann sich jeder dann individuell ansehen oder anhören, wann immer Zeit dafür ist.

Und falls Sie mich bei meiner Kandidatur auf der Zielgraden in irgendeiner Weise offen oder im Hintergrund unterstützen möchten, so schreiben Sie mir gern eine Mail. Ich freue mich darüber und werde mich zeitnah melden. Ich möchte Oberursel gestalten, über Parteigrenzen hinweg und das geht nur gemeinsam mit Ihnen.

Herzlichst Ihre

Antje Runge