Oberursels Taxibranche kämpft in Zeiten von Corona

Als gesetzlich verankerter Teil des öffentlichen Personennahverkehrs sind Taxiunternehmen verpflichtet, Fahrgäste zu befördern. Sie haben auch in Corona-Zeiten keinen Tag ihren Betrieb eingestellt, obwohl sie mit einer deutlich sinkenden Nachfrage zu kämpfen haben.

Antje_Runge_unterst__tzt_Taxi_Unternehmen_in_Oberursel_w__hrend_der_Corona-Krise

Oberursels Taxibranche gehört zur städtischen Infrastruktur und ist für viele Menschen sehr wichtig, um mobil zu sein. Als gesetzlich verankerter Teil des öffentlichen Personennahverkehrs sind Taxiunternehmen verpflichtet, Fahrgäste zu befördern. Sie haben auch in Corona-Zeiten keinen Tag ihren Betrieb eingestellt, obwohl sie mit einer deutlich sinkenden Nachfrage zu kämpfen haben.

Sascha Lehmann, Eigentümer von Premium Taxi, hat daher kürzlich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die gesamte Taxi-Innung in einem offenen Brief Alarm geschlagen. In einem Informationsgespräch mit Oberursels Bürgermeisterkandidatin Antje Runge und der Landtagsabgeordnete Elke Barth (beide SPD) hat er jetzt seine aktuelle Situation geschildert und um Unterstützung gebeten.

Das größte städtische Taxiunternehmen hat massive Einnahmeeinbußen, da keine Veranstaltungen stattfinden, Firmenkunden im Homeoffice arbeiten und selbst Arztbesuche eingeschränkt sind. Die Mehrzahl seiner Fahrzeuge musste er daher bereits aus dem Betrieb nehmen. Elke Barth verwies auf die Förderprogramme der Banken und die Corona-Soforthilfe, die allerdings bereits in Anspruch genommen wurden oder nicht passgenau sind. Die Hilfen wirken somit nur kurzfristig.

Was wirklich helfen würde, so Sascha Lehmann, wäre öffentliche Unterstützung zur Generierung neuer Aufträge. Bürgermeisterkandidatin Antje Runge schlug vor, bei der Stadt Oberursel zu beantragen, Lieferdienste zu Pauschalpreisen anbieten zu können, die preislich unterhalb der sonst üblichen Tarifpflicht liegen. Auf Grund der positiven Reaktion Lehmanns, hat Runge das Angebot an die städtische Wirtschaftsförderung Oberursels weitergeleitet, die das nun prüft. Die lokalen Gewerbetreibenden könnten so als Zusatzleistung für Kunden offensiver für das Bringen von Waren zum Festpreis werben. Nach Ansicht von Runge würde ein derartiges Angebot gut zum bereits vorhandenen Netzwerk-Portal „Heimvorteil Oberursel“ passen. Dort wurden Lieferdienste während des Corona-Lockdown rege angenommen, danach allerdings von vielen Geschäften aus Ressourcengründen zurückgenommen. Für manche Kunden gibt es allerdings aus Zeit- oder gesundheitlichen Gründen, Motive, nach einer flexiblen Lieferung. Auch ohne ein eigenes Auto, kann man sich sperrige Gegenstände nach Hause bestellen oder Produkte nachordern. Stationäre Händler eröffnen sich mit der Lieferung die Chance, nicht noch mehr Kunden an den Online-Handel zu verlieren und ihren Vorteil des Kundenservice vor Ort verstärkt auszuspielen.

Eine weitere Idee aus dem Gespräch ist ein Gütesiegel „Safe Taxi“ der Stadt Oberursel. Lehmann desinfiziert regelmäßig alle Flächen und hat sämtliche Fahrzeuge mit Trennscheiben aus Plexiglas ausgerüstet, um das Infektionsrisiko für Fahrgäste zu reduzieren. Und selbstverständlich tragen seine Fahrer Mund-Nasen-Schutz. Das Gütesiegel, welches sich auch Gastronomen von der Stadtverwaltung wünschen, könnte für mehr Vertrauen auf Kundenseite sorgen.

Zusammenfassend stellt Runge fest: „Bis sich die Lage entspannt, wird es wohl noch dauern. Bis dahin ist es wichtig, dass eine Unterstützung der Taxibranche als Teil der Grundversorgung auf allen Ebenen erfolgt. Wir brauchen in Oberursel Taxis als ergänzenden Teil zum ÖPNV. Daher benötigen wir kreative Interimslösungen während der Corona-Pandemie. Ein zentraler Lieferdienst kann auch ein wichtiges Zeichen für den besonderen Zusammenhalt in Oberursel sein, in diesem Fall zwischen Taxiunternehmen, Einzelhandel und Bürgern.“