Mittelständische Wirtschaft als Motor für die Stadtentwicklung

Mittelständische Wirtschaft als Motor für die Stadtentwicklung Oberursel

Auf Anfrage des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft Hochtaunus habe ich jetzt meine Vorstellungen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt dargelegt und den weiteren Austausch vereinbart. Grundsätzlich ist für mich eine starke Wirtschaft die Voraussetzung für eine ausgewogene Finanz- und Sozialpolitik und damit für die Handlungsfähigkeit der Stadt. Mein Ziel ist, den in Oberursel vorhandenen Branchenmix aus Dienstleistungsunternehmen und produzierendem Gewerbe nicht nur zu erhalten, sondern die Neuansiedlung von Unternehmen aus diesen Bereichen unter Beachtung von Klimaschutz- und Umweltverträglichkeitsaspekten weiter zu fördern. „Ein effektives Flächenmanagement und neue, mutige Ideen im Sinne eines „Infrastruktur-Sharings“ sind in Zeiten explodierender Bodenpreise unerlässlich. Das setzt eine aktive Gestaltung im Rahmen einer Gesamtstrategie für die Stadtentwicklung voraus. Grundsätzlich gilt für mich, dass in Innenstadtlagen das Wohnen, vor allem mit direkter ÖPNV-Anbindung, Vorrang hat. Großflächige Gewerbeansiedlungen gehören in den Außenbereich.“ Konkret schlage ich einen Gewerbepark vor, der teilbare Lagerflächen und flexible Büronutzungen mit Wachstumspotenzial beinhaltet, um Mittelstandsunternehmen in Oberursel zu halten oder junge Unternehmen neu anzusiedeln.

Für die wirtschaftliche Entwicklung Oberursels ist es nach meiner Ansicht zudem wichtig, die Infrastruktur der Stadt weiter auszubauen. Dazu gehören die Sicherstellung einer guten Grundversor­gung mit Wasser, Strom und digitalen Netzen. Die Digitalisierung der Verwaltung möchte ich schnell vorantreiben, um die Kommunikation mit den Unternehmen und die Bearbeitung von Anträgen weiter zu effektivieren. Von Bedeutung ist zudem der weitere Ausbau der Verkehrsverbindungen. Geschäfts- und Lieferverkehre müssen in Mobilitätskonzepten berücksichtigt werden. Der öffentliche Nahverkehr ist für eine gute Verkehrsanbindung von Arbeitnehmern, die im Umland wohnen und in Oberursel arbeiten, wichtig. Dazu gehören auch der Ausbau von Schnellradwegen und der Zugang zu Leihfahrzeugen an Haltestellen, um Pendlern den Weg zur Arbeit zu erleich­tern und umweltfreundlich zu gestalten. Aktive Wirtschafts- und Gewebepolitik beinhaltet nach meiner Auffassung auch die Weiterentwicklung des Wohnungsbaus. „Aus vielen Gesprächen mit der Wirtschaft weiß ich, dass eine der größten Herausforderungen momentan darin liegt, entsprechend qualifizierte Facharbeiter zu finden. Wir leben hier in Oberursel nicht auf einer einsamen Insel, sondern in der prosperierenden Rhein-Main-Region und damit steht auch die Oberurseler Wirtschaft im Wettbewerb um die Gewinnung von qualifizieren Arbeitskräften. Die Errichtung bezahlbarer Wohnungen und die Unterstützung beim Bau von Mitar­beiterwohnungen sind ein Weg konkreter Wirtschaftsförderung.“

Ich möchte zudem die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen mit Hilfe der Verwaltung noch weiter ausbauen, um junge Menschen aller Schulformen frühzeitig an Berufsbilder heranzuführen und für eine Ausbildung zu gewinnen. Gemeinsam erarbeitete Angebote zur Berufsorientierung, ein Mentoring-Programm sowie Aktionsbündnisse mit Kammern, Verbänden und Bildungsträgern sollen weiterentwickelt werden. Um mittel­fristig dem Mangel an Facharbeitern entgegenzuwirken, sollte die Stadt Oberursel nach meiner Ansicht auch die Aus- und Weiterbildung von Migranten fördern. Wirtschaftsförderung sei daher an dieser Stelle eine kommunale Querschnittsaufgabe zu den Bereichen Bildung und Integration.

Um Oberursel als attraktiven Wirtschaftsstandort im Wettbewerb zu halten, sieht ich als Zukunftsziel die Senkung der Gewerbesteuer als ein wichtiges Kriterium an. Allerdings lassen die derzeitige Haushaltslage und die Corona bedingten Ausfälle dies aktuell noch nicht zu. „Aus meiner Sicht wäre es unseriös, jetzt eine Senkung zeitnah zu versprechen. Gleichwohl sehe ich es als Kernaufgabe einer Bürgermeisterin, kontinuierlich und sensibel sowohl Steuersenkungs- als auch Einsparpotenziale zu prüfen, denn es geht einerseits darum die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Oberursel zu erhalten, andererseits aber den Gesamtausgleich des kommunalen Haushaltes sicherzustellen und soziale Leistungen nicht zu gefährden.“

Als Wunsch an die Wirtschaft formuliere ich eine aktive Beteiligung und Vernetzung im Stadtleben sowie eine Freistellung der freiwilligen Einsatzkräfte für die Feuerwehreinsätze.

Der ausführliche Antwortkatalog findet sich unter https://www.antje-runge.de/antworten-zum-fragenkatalog-des-bundesverbands-mittelstaendische-wirtschaft-hochtaunus/ .