Ehrenamt in Vereinen braucht Förderung und Unterstützung

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Bild: (c) Daniel Klantke

Ich lade anlässlich des „Internationalen Tages des Ehrenamtes“ die Vereine zum Gespräch ein und stelle meine Vorstellungen zur Vereinsförderung vor.

Anlässlich des „Internationalen Tages des Ehrenamtes“ habe ich die Oberurseler Vereine angeschrieben, um meine Vorstellungen zur Förderung der Vereinsarbeit vorzustellen und sie zum Austausch eingeladen. „Eine lebendige Stadtgesellschaft braucht Bürgerengagement. Ehrenamtliche löschen Feuer, unterstützen Alte und Kranke, helfen im Sportverein und bei der Integration von Flüchtlingen, organisieren die Städtepartnerschaft, bereichern das Kulturleben. Ehrenamtliche sind das Herz unserer Feste und prägen den Zusammenhalt von Jung bis Alt.  Diesen Menschen gilt meine besondere Wertschätzung, nicht nur am Tag des Ehrenamtes. Ich möchte das Ehrenamt stärken und von bürokratischen Hindernissen befreien.“

Eine bessere Vernetzung bei knapper werdenden Haushaltsmitteln ist nach meiner Ansicht das Gebot der Stunde, um die Vielfalt in der Vereinslandschaft zu erhalten. Die Stadtverwaltung solle dabei künftig noch stärker als bisher eine moderierende Rolle einnehmen. Als Bürgermeisterin möchte ich von städtischer Seite Beratungen für Ehrenamtliche zu Themen wie Steuerrecht, Datenschutz, Vertragsgestaltung, Versicherungen, IT-Infrastruktur, Fundraising oder Social Media-Arbeit anbieten. Zudem schlage ich vor, den Vereinen verstärkt materielle Ressourcen, wie z.B. ausgewähltes Veranstaltungsequipment, Technik oder ein Geschirrmobil durch die städtische Verwaltung auf Leihbasis zur Verfügung zu stellen.

Aktuell sind vor allem gebündelte Informationen zu coronabedingten Hilfestellungen notwendig, die auf der städtischen Webseite einfach zu finden sein sollten: Welche Soforthilfemaßnahmen gibt es, wie sehen die Schließungsvorschriften aus, welche Alternativen gibt es bei Veranstaltungsformaten? Viele Vereine, gerade mit einer älteren Mitgliederstruktur, so habe ich erfahren, wünschen sich eine Schulung zum digitalen Austausch, wie beispielsweise zu virtuellen Mitgliederversammlungen. Derzeit erleben viele Vereine einen Mitgliederrückgang, da es keine Angebote gibt und wenig Kontakt stattfindet. Das, wie auch ausfallende Veranstaltungen, führen zu einem finanziellen Defizit und einer Gefährdung der zukünftigen Arbeit. „Die fehlenden sozialen Kontakte im Alltag und auch der mangelnde sportliche Ausgleich erhöhen den psychischen Druck in allen Altersgruppen enorm. Gerade die Sportvereine bieten mit ihrem Sport- und Bewegungsangebot und etablierten Hygienekonzepten eine funktionierende Alternative. Der Sport kann hier Verantwortung übernehmen und einen Beitrag leisten. Es muss jetzt und auch künftig allen Menschen möglich sein, Angebote in Vereinen wahrzunehmen, wozu es eine strukturierte Hilfestellung braucht.“

Langfristig steht für mich auch das Thema Raum auf der Agenda, denn die hohen Mietkosten in Oberursel machen es häufig schwierig, Platz als Lagerfläche für Vereinsmaterial zu finden. Hier können gemeinsame Raumnutzungen, die durch die Stadt zur Verfügung gestellt werden, nutzen. Wenn ein Verein Räumlichkeiten für Veranstaltungen benötigt, sollten diese bezahlbar sein. Die hohe Miete der Stadthalle führt häufig dazu, dass gerade kleine Vereine sie nicht bezahlen können und ausweichen. Damit die Stadthalle ein Haus für alle Bürgerinnen und Bürger ist, sollten Vereine bei der geplanten Sanierung und Neuausrichtung im Vorfeld eingebunden werden.

Besonders wichtig sind mir zudem der Ausbau und Erhalt der Sportinfrastruktur – denn Vereine brauchen Räume und Sportler Plätze. Für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit und Entwicklung von Talenten müssen die Vereine eingebunden und neue Formen von Sportarten und -geräten berücksichtigt werden. Bei notwendigen Haushaltsberatungen oder -änderungen sind die Vereine rechtzeitig einzubinden.

Die ausführlichen Vorstellungen zur Vereinsarbeit finden sich unter Ehrenamt in Vereinen braucht Förderung und Unterstützung.