Überparteiliches kommunales Klima-Netzwerk ins Leben rufen

Kurz vor Weihnachten hatte ich zum Online-Dialog „Kommunale Klimapolitik in der Praxis“ eingeladen. Der Einladung zum Austausch gefolgt waren neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Aktive von Fridays for Future Hochtaunus, der Oberurseler Klimainitiative LOK, Naturfreunde, Scientists 4 Future, BUND, NABU sowie der neugegründeten Klimaliste Oberursel. Die 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen engagieren sich zum großen Teil bereits in verschiedenen Projekten, brachten daher ihre unterschiedlichen Ideen und Erfahrungen in den Dialog ein. Aus den verschiedenen Perspektiven heraus wurde deutlich, dass ein aktiver Klimaschutz und die notwendige Nachhaltigkeit dafür alle Lebensbereiche betrifft – Grünflächen und Landwirtschaft, Wirtschaftsförderung oder den Verkehr genauso wie das Wohnen, die Bildung und die eigene Lebensweise. Einig waren sich alle Teilnehmer darüber, dass der Umbau zu einer klimaneutralen Stadt für Oberursel unerlässlich ist. Dabei seien die aktuell beschlossenen Zeithorizonte kritisch zu hinterfragen.

„Wirksamer Klimaschutz braucht kommunale Netzwerke und Beratungsangebote, den interkommunalen Schulterschluss und die enge Zusammenarbeit der Kommunen mit dem Land. Dabei müssen wir aber alle Menschen mitnehmen, denn nachhaltiges Verhalten im Alltag darf keine Frage des Einkommens sein“. Ökostrom sollte daher aus meiner Sicht nicht teurer als herkömmlicher erzeugter Strom sein. Der ÖPNV oder Sharing-Angebote sollten ausgebaut werden. Gesundes Kindergarten- bzw. Schulessen müsse bezahlbar und Teil von Bildung sein, Förderprogramme für Lastenräder sollten auch Stellplätze für Mietwohnungen umfassen, so einige meiner Beispiele.

„Nicht alles liegt dabei in der Hand einer Kommune oder gar eines Bürgermeisters, dennoch kommt der Stadt eine Vorreiter- und Vorbildfunktion beim Klimaschutz zu. Das haben die Teilnehmer des Online-Dialogs immer wieder angemahnt“. Für mich selbst leite ich daraus zunächst drei konkrete Maßnahmen ab, die ich als Bürgermeisterin sofort umsetzen würde.

„Erstens werde ich mit der Organisation eines regelmäßigen Runden Tisches den Austausch von Verwaltung sowie städtischen Gesellschaften, Klimaaktivisten, Bürgern, Experten und Vereinen fest verankern, so dass ein schlagkräftiges, überparteiliches kommunales Klima-Netzwerk entsteht. Das schafft eine breite Akzeptanz für Vorhaben, die dann zielgerichtet umgesetzt werden können“. Zudem möchte ich eine zentrale städtische Anlaufstelle – gerne gemeinsam mit den Stadtwerken – für die Nutzung von Solarenergie schaffen. Angeboten werden sollen dort nach meinen Vorstellungen individuelle Photovoltaik-Checks inklusive Fördermittelberatung für Bürger und Unternehmen. Für die Umsetzung setze ich auf eine enge Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerkern. „Und drittens werde ich ein Programm für die Aufwertung von Grünflächen, Blühstreifen, Streuobstwiesen und Biotopen als Lebensraum für Tiere und den Erhalt der Artenvielfalt starten.“

Im Januar werde ich meinen Klima-Dialog fortsetzen, dieses Mal mit der Möglichkeit, mir vorab konkrete Fragestellungen unter antjerunge21@nullgmail.com zu senden. Wer daran teilnehmen möchte, sollte sich jetzt schon den 20. Januar, 19 Uhr vormerken.  Die Aufzeichnung des 1. Online-Dialogs finden Interessierte unter https://www.antje-runge.de/videos-2/