Kommunale Jugendarbeit ausbauen

Kommunale Jugendarbeit ausbauen_Antje Runge

Kommunale Jugendarbeit ausbauen und nicht abschaffen, neue Treffpunkte gestalten:

Jugendliche engagieren sich – vorausgesetzt man lässt sie. In Oberursel wurde zum Februar das Jugendbüro abgeschafft. Die Arbeit soll in die Portstraße verlegt werden, ein Konzept zum Übergang gibt es allerdings nicht.

Jugendarbeit ist Vertrauensarbeit und braucht stabile Beteiligungsstrukuren. Wenn eine Bezugsperson wegfällt, ist es wichtig, rechtzeitig einen Übergang zu schaffen, um motivierte Jugendliche zu binden. Erst das Jugendbüro zu schließen und danach über eine mögliche Fortsetzung der Arbeit nachzudenken, heißt, die jugendlichen Akteure und ihre Netzwerke aufzugeben, sie nicht wertzuschätzen. Jugendliche hatten mit dem Jugendbüro ein Ort des Vertrauens, wo ihre Arbeit gefragt war, sie Impulse geben konnten und als Experten anerkannt waren. Sie hatten die Möglichkeit ihren Alltag zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen.

Doch Jugendarbeit bedeutet noch mehr: In Oberursel fehlen Treffpunkte für Jugendliche, die mit ihnen gemeinsam entwickelt werden. Hier möchte ich neue Orte im öffentlichen Raum schaffen. Auf dem hinteren Bereich der Bleiche wurden zum Hessentag die Basketballkörbe abgebaut: Wieso hier nicht einen neuen Basketballplatz schaffen, anstatt den Platz brach liegen zu lassen? Auch innovative Sportangebote wie ein Klimm- und Klettergerüst, eine Graffitiwand oder Angebote für Parcouring wurden mir von Jugendlichen in Gesprächen als Wunsch genannt. Hier möchte ich die Kooperation mit Vereinen stärken. Ebenfalls ganz oben auf der Agenda der Jugend steht das Interesse, einen Garten selbst zu verwalten. Ein Jugendbus könnte dabei mobile Sozialarbeit leisten und die verschiedenen Treffpunkte betreuen.

Jugendarbeit ist eine Form der Demokratie-Bildung. Wenn wir Jugendliche Verantwortung übertragen und für Politik begeistern, werden Anti-Demokraten mit inhaltsleeren Argumenten erst gar keine Chance haben.