SPD-Bürgermeisterkandidatin Antje Runge für schonende Flächenentwicklung mit Tabu für Stadtteil jenseits der Autobahn

Bei der Beantwortung eines umfassenden Fragenkatalogs der Oberurseler Landwirte bekenne ich mich klar zum Erhalt von Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung in Oberursel. Nach meiner Ansicht sind Ackerflächen und Streuobstwiesen nicht nur für die regionale Versorgung wichtig, sondern bieten darüber hinaus Schutzraum zum Erhalt der biologischen Artenvielfalt. Zudem sind diese grünen Gürtel als Naherholungsbereiche fester Bestandteil einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung Oberursels im Ballungsraum Rhein-Main.

Auf die Frage der Landwirte, wie ich als Bürgermeisterkandidatin zum Flächenverbrauch, zur allgemeinen Landnutzung sowie zur Neuausweisung von Gewerbe und Wohngebieten im Außenbereich stünde, antworte ich: „Ich spreche mich für eine schonende Flächenentwicklung aus. Die polyzentrische Struktur ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal im Rhein-Main-Gebiet und trägt zu unserer Identifikation bei. Bei der Wohnbauentwicklung steht die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung. Wohnungen müssen dabei auch in die Höhe als Geschosswohnungsbau gebaut werden, Aufstockungen geprüft und Parkplätze als Tiefgaragen eingerichtet werden. Bei der Ansiedlung von Gewerbe müssen die wenigen Flächen ebenfalls sinnvoll und wohl überlegt genutzt sein. Ich bin also für qualitatives Wachstum bei Akzeptanz der Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen, damit auch in Zukunft alle Menschen in Oberursel wohnen können. Hierbei muss immer eine wohlüberlegte Abwägung vorgenommen werden.“ Wichtig ist mir, in der Diskussion um den neuen Frankfurter Stadtteil auch auf Steinbacher Gemarkung, eine klare Position: „Ich habe mich schon immer konsequent für einen Bau nicht über die Autobahn hinaus ausgesprochen. Der Bau jenseits der A5 ist für mich ein Tabu und es ist gut, dass auch die Regionalversammlung dahingehend einen Beschluss gefasst hat. Ein Heranwachsen bis an Steinbach oder Oberursel würde unsere Städte verändern, was wir nicht wollen.“

Das Ziel, das zu verhindern, ist glücklicherweise parteiübergreifend im Vordertaunus gleich und in Oberursel gibt es einen einhelligen Stadtverordnetenbeschluss dazu. Wolfgang Burchard als SPD-Fraktionsvorsitzender in Oberursel unterstreicht: „Wir brauchen keine Versiegelung des Ackerbodens zwischen Weißkirchen und Frankfurt. Die Landwirtschaft muss erhalten bleiben. Landschaft und Natur haben eine besondere Bedeutung für die Naherholung und den Klimaschutz.“

Ein kluges Abwägen ist auch meine Antwort auf die Frage nach der gemeinsamen Nutzung vorhandener Versorgungs- und Feldwege durch landwirtschaftliche Maschinen, Radfahrer und Fußgänger sowie beim weiteren Ausbau dieser Wege. Dort könne es in Ausnahmefällen temporäre Vorrangfestlegungen geben, vor allem aber seien gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis erforderlich, um sowohl den berechtigten Anliegen der Landwirte als auch dem wachsenden Freizeitverkehr per Rad oder zu Fuß gerecht zu werden. Eine grundsätzlich getrennte Wegeführung sei abzulehnen, da sie zu einer weiteren Flächenversiegelung führen würde. Um die gemeinsame Nutzung der Wege zu ermöglichen, seien Kleinflächen zum Ausweichen erforderlich. Zudem setze ich auf Aufklärung, um die gegenseitige Akzeptanz und das kooperative Verhalten zu fördern. Dabei könne auch der landwirtschaftliche Verein unterstützen, der als öffentliche Initiative rund um Oberursel schon jetzt mit Informationstafeln zur Bildung beiträgt und aufklärt.

„Viele landwirtschaftliche Betriebe betreiben mittlerweile neben Ackerbau und Viehzucht auch Gastronomie, Direktverkauf oder bieten verschiedene Freizeitangebote an. Das ist eine gute Voraussetzung, um die Bedeutung regionaler landwirtschaftlicher Produktion, die Qualität der Produkte und die regionalen Vertriebswege gemeinsam breiter bekannt zu machen.“

Weiterhin gehe ich in meinen Antworten auf die Fragen der Landwirte auch auf den Straßen- und Wohnungsbau, Fragen zur Wassernutzung und die Ausweisung von Gewerbeflächen ein. Zudem erteilte ich sowohl der Erhöhung von Gewerbesteuer als auch der Grundsteuer eine klare Absage. „Bei beiden Steuerarten haben wir aus meiner Sicht mittlerweile eine Belastung erreicht, die nach einer Haushaltskonsolidierung mittel- oder langfristig wieder gesenkt werden muss.“

Alle Antworten sind nachzulesen auf https://www.antje-runge.de/fragen-der-oberurseler-landwirtinnen-und-landwirte-an-die-buergermeisterkandidatinnen-und-die-buergermeisterkandidaten/