Mein Blick in der Verkehrspolitik richtet sich auf Fußgänger und Schulkinder

Nach Gesprächen mit besorgten Eltern setze ich mich dafür ein, bei der Betrachtung des Verkehrs in Oberursel auch die Bedürfnisse der Fußgänger, vor allem sichere Schulwege, stärker in den Blickpunkt zu rücken. Auch Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen wiesen darauf hin, dass die aktuelle Verkehrspolitik den Fußgänger aus dem Blick verliert. „In den Diskussionen der vergangenen Wochen spielten oft ausschließlich der Auto- oder Fahrradverkehr sowie Tempolimits eine Rolle. In vielen Gesprächen insbesondere mit Familien und älteren Menschen habe ich aber immer wieder festgestellt, dass die Belange der Fußgänger sowie der Busverkehr in den öffentlich geführten Diskussionen eindeutig unterrepräsentiert sind.“

Das Problem der Schulwegsicherheit hat sich für mich vor allem bei den Vorortterminen in den Stadtteilen gezeigt. In Bommersheim setze ich mich vor allem für eine gefahrlose Straßenquerung durch Zebrastreifen und ausreichende Beleuchtung ein. Die Kreuzungen machen es unmöglich für ein Kind, den Verkehr einzusehen. Auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge sollte in den Zeiten zu Schulbeginn und -schluss kontrolliert werden. Das zählt auch für den Verkehr im alten Zentrum von Stierstadt, wo die Geschwindigkeit ebenfalls trotz Spielstraße oftmals überschritten wird. In Weißkirchen kommt hinzu, dass Parallelwege zur Kurmainzer Straße, die offiziell als Schulweg ausgewiesen sind, teilweise sehr eng und dabei schlecht beleuchtet oder eingewachsen sind, so dass Eltern aus Sorge vorziehen, ihr Kind zur Schule zu fahren.

Ich spreche mich dabei aber für ein ganzheitliches Verkehrskonzept in Oberursel aus, welches Einzelabwägungen insbesondere an neuralgischen Punkten wie im Umfeld von Schulen und Kitas, an besonders stark belasteten Hauptstraßen sowie bei Nachtfahrten berücksichtigt. Dabei könne nach meiner Ansicht auch geprüft werden, ob Tempolimits speziell im Umkreis von Schulen auf Hauptverkehrsstraßen tageszeitlich befristet und während der Ferienzeiten gänzlich ausgesetzt werden können. Damit, so Runge könne man sowohl gefahrlose Schulwege als auch einen flüssigen Berufsverkehr am Nachmittag ermöglichen. Zudem möchte ich bereits vorhandene Studien, wie beispielsweise den Plan zur Nahmobilität in Oberursel, die Vorstudien für einen Radschnellweg oder die Ideen aus den Ortsbeiräten zur besseren ÖPNV-Anbindung der Stadtteile an die Innenstadt, aber auch Ideen zum Ausbau der innerstädtischen Radwege oder von Carsharing-Angeboten stärker miteinander verzahnen.

„Wir brauchen Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und einen ausgewogenen Mix zwischen öffentlichen Nahverkehr und Individualverkehr. Der Busverkehr ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Stadt. Die Anschlüsse zur U-Bahn und S-Bahn sowie die Umsteigebeziehungen der Buslinien untereinander müssen klappen. Wenige Minuten Fahrzeitverlust können besonders für ältere Menschen bei einem notwendigen Umstieg durchaus problematisch sein“, weiß ich aus meinen Gesprächen zu berichten. Bei der Einführung von Tempolimits müssen aus meiner Sicht daher Fahrpläne immer mitberücksichtigt werden. Zudem abschließend, ist eine moderne Verkehrspolitik ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und kann die Attraktivität einer Stadt deutlich erhöhen.