21. Februar 2021 – Vom Wettstreit der Ideen und persönlicher Haltung

21.02. Meine Woche – Vom Wettstreit der Ideen und persönlicher Haltung.

In rund drei Wochen ist Wahltag, die Briefwahl ist bereits im vollen Gange. Und weiter im Gange ist auch der Ideenwettstreit der Bürgermeisterkandidaten und Parteien zur künftigen Entwicklung unserer Stadt. Sowohl konkrete Vorschläge als auch sehr allgemein gefasste Aussagen stehen dabei im Raum und werden vor allem in den sozialen Medien mehr oder weniger stark, mehr oder weniger sachlich diskutiert oder kommentiert. Ich bleibe dabei meiner Haltung treu, Angebote zur Bürgerbeteiligung zu machen und konkrete, umsetzbare Vorschläge in die Diskussion einzubringen. Aktuell gerade bei der Entwicklung von öffentlichen Orten in unserer Stadt. Öffentliche Plätze haben wir viele in Oberursel, aber wie attraktiv sind sie als Treffpunkte? Wie können wir die Aufenthaltsqualität für Jung und Alt weiter verbessern? Wie können Gewerbetreibende davon partizipieren? Als Bürgermeisterin wird es eines meiner zentralen Ziele sein, mit Ihnen gemeinsam diese Orte zu gestalten und zum Leben zu erwecken. Wir müssen die Stadt als Ganzes denken und die Plätze stärker miteinander verbinden. Bereits vorhandene Beteiligungs-Formate wie „Platzwechsel“ oder „Oberursel unter der Lupe“ möchte ich reaktivieren oder ausbauen, Anwohner, Vereine, interessierte Bürger und Bürgerinnen sowie Wirtschaftsvertreter mit ins Boot holen und dabei nicht allein den historischen Marktplatz oder den Epinay-Platz in den Fokus nehmen. Ich bin überzeugt, dass wir die Stadtentwicklung einfach weiter fassen, mögliche Lauf- oder Flanierachsen sichtbar machen und auch die Stadtteile sowie Quartiere im Norden mit ins Blickfeld rücken müssen. Näheres dazu finden Sie auf meiner Website unter Stadt für Alle.

Ein Bürgermeisterin-Wahlkampf lebt normalerweise vom lebendigen Austausch, vom direkten Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Ideen und konkreten Vorhaben der einzelnen Kandidaten, denn ein solcher Austausch ermöglicht unmittelbare Vergleichbarkeit. Die Pandemie lässt das allenfalls virtuell und damit eingeschränkt zu. Schade, aber nicht zu ändern. Es war m.E. dennoch sehr wichtig und gut, dass das größte ehrenamtlich gemanagte Oberurseler Facebook-Forum sowie der Verein der Gewerbetreibenden FokusO virtuelle Diskussionsforen organisiert und damit einen Austausch möglich gemacht haben. Vielen Dank an dieser Stelle dafür. Spannend dabei waren in erster Linie natürlich die Inhalte, die Vorhaben und politischen Schwerpunkte, aber auch die individuelle Herangehensweise der Kandidaten beim Abhalten von Statements. Wer setzt welche Schwerpunkte, wer bringt konkrete Ideen ein, wer ist deutlich und klar in den Aussagen, wer beschränkt sich eher auf Allgemeinplätze oder auf das Ablesen von Botschaften? Mir haben die Formate Spaß gemacht, auch wenn ich beide Male mit technischen Tücken durch schwache WLAN-Verbindungen kämpfen musste.

Mehr und mehr erreichen mich seit Mitte Januar zum Teil umfassende Fragebögen verschiedener Vereine, Bürgerinitiativen oder Berufsgruppen. Auch wenn die Beantwortung oft sehr zeitaufwändig ist, so ist auch das eine Gelegenheit, die eigenen Vorstellungen beispielsweise zum Klimaschutz und Fair Trade, zur Landwirtschaft, zum Mittelstand, zum Verkehrslärm oder zu Frauenrechten deutlich zu machen. Auch dabei war es mir wichtig, in meinen Antworten möglichst konkret zu werden und nicht in „global-galaktischen“ Aussagen zu verharren, auch – oder gerade dann – wenn es um offensichtliche Streitpunkte ging.

Aber nicht nur der Wahlkampf bestimmte in den letzten Tagen mein Denken und Handeln. In der zurückliegenden Woche jährte sich der rassistische Anschlag von Hanau, bei dem neun Menschen ihr Leben lassen mussten, zum ersten Mal. Mir war es ein Bedürfnis, daran zu erinnern, denn dieser rassistisch motivierte Anschlag zielte auf die gesamte Gesellschaft, war ein Anschlag auf unsere Grundwerte, die Garant für ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller, unabhängig von ihrer Herkunft sind. Hanau, eine Stadt nicht weit von Oberursel, die Tat hat uns erschüttert, überall. Wir müssen uns gemeinsam gegen Rassismus, Rechtsextremismus und antidemokratische Ideen stellen. Aufklären, sich äußern bei fremdenfeindlichen Behauptungen und Handeln sind gefragt. Oberursel ist eine vielfältige und weltoffene Stadt mit gelebter Toleranz, das soll so bleiben und werden wir verteidigen. Ich fand es sehr bemerkenswert, dass sich auch „mein“ Fußballverein Eintracht Frankfurt hier klar positioniert und an die Opfer von Hanau erinnert hat.In Erinnerung an die Opfer und tiefem Mitgefühl für die Familien und Freunde:

    • Ferhat Unvar
    • Hamza Kurtović
    • Said Nesar Hashemi,
    • Vili Viorel Păun
    • Mercedes Kierpacz
    • Kaloyan Velkov
    • Fatih Saraçoğlu
    • Sedat Gürbüz
    • Gökhan Gültekin

In der letzten Woche gefreut habe ich mich, dass sich ein breites, überparteiliches Bürgerbündnis öffentlich für meine Wahl stark gemacht hat. Das Bündnis mit 150 Oberurselerinnen und Oberurselern unterstützt mich nach eigenem Bekunden vor allem deshalb, weil ich für Transparenz und Bürgerbeteiligung stehe und in meinem Programm deutlich mache, dass sich solide Finanzen, Wirtschaftsförderung und Soziales nicht ausschließen, sondern gemeinsam die Basis für wirksamen Klimaschutz, eine stabile Stadtgesellschaft und ein lebenswertes Oberursel sind. Das macht – zugegeben – durchaus stolz, gibt Kraft für den Endspurt im Wahlkampf und zeigt zudem, dass die Bürgermeisterwahl vor allem eine Persönlichkeitswahl ist.  Ohne die tatkräftige Unterstützung könnte ich den Wahlkampf nicht stemmen und ich möchte mich herzlich bedanken.

Für reine Entspannung blieb neben Fulltime-Job und Wahlkampf selbstredend wenig Zeit. Dennoch war es mir zumindest an den Wochenenden wichtig, nicht nur Fragebögen zu beantworten, Videos zu drehen oder Diskussionen in den sozialen Medien zu verfolgen, sondern Zeit mit der Familie zu verbringen und ausgedehnte Spaziergänge zu machen, sowohl bei klirrender Kälte als auch bei frühlingshaften Temperaturen. Die kommenden Wochen habe ich Urlaub und kann mich dann tagsüber erstmals ganz auf die Politik konzentrieren. Dann wird hoffentlich an einigen Abenden auch wieder Zeit für ein Glas Rotwein, ein Buch oder Sport sein.

Und wenn Sie in Ihrer Wahlentscheidung noch unsicher sind, biete ich Ihnen selbstverständlich weiterhin gern das direkte Gespräch an. Melden Sie sich einfach per Mail unter antjerunge21@nullgmail.com bei mir oder rufen Sie mich unter 0178 346 50 37 an. Noch ist ausreichend Zeit, Briefwahlunterlagen zu beantragen und in Ruhe zu Hause zu wählen. Die Briefwahlunterlagen müssen als Wahlbrief verpackt bis spätestens 14. März um 18:00 Uhr im Rathaus eingegangen sein. Nutzen Sie die Chance, denn nur so können Sie die Geschicke Oberursels mitbestimmen. Gern gemeinsam mit mir, denn MIT MIR REGIERT DAS WIR.

Herzlichst Ihre

Antje Runge