Antworten zum Fragenkatalog des ADFC Oberursel/Steinbach

ADFC Oberursel/ Steinbach fordert: Mit dem Rad längs und quer sicher und zügig durch Oberursel und fragt: Wie setzen Sie die Prioritäten?

Wer gerade in Oberursel am Wochenende unterwegs ist, erlebt eine Stadt voller Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind und den Frühling genießen. Kinderwagen, Rollatoren, Laufräder, Lastenräder, Renn- und Mountainbikes prägen das Bild in der Innenstadt. Die Menschen nutzen und genießen die Angebote in Oberursel. Diese Lebensfreude wird wesentlich vom Radfahren befördert.  Im ADFC-Fahrradklima-Test 2018 wünschten sich, Radfahrerinnen und Radfahrer sichere und insbesondere durchgehende Verbindungen für die ganze Familie getrennt vom Auto- und Fußverkehr. Eine dieser durchgängigen Verbindungen wird der Radschnellweg sein, der Oberursel von Steinbach, Stierstadt über den Bahnhof bis Bad Homburg in einer sicheren Linie nahe der S-Bahn durchqueren wird. Hier ist Oberursel ja führend im Engagement in der Region. Die ADFC Ortsgruppe Oberursel/Steinbach fordert auch die sichere, durchgängige Hauptroute längs durch unsere Stadt von der Hohe Mark (Taunus-Informationszentrum) nach Weißkirchen (Krebsmühle), die über den Radschnellwegknoten am Bahnhof führt. Da diese Strecke auch gut an das Radnetz Richtung Oberstedten anschließt, wäre ein wesentliches, durchgehendes Rückgrat für den Radverkehr geschaffen. Unser Ziel ist, dass diese Radlängsroute und die Teile des Radschnellweges in Oberursel noch in dieser Wahlperiode mit den Zuschüssen von Bund und Land realisiert werden. Dazu möchten wir Sie bitten, uns folgende Fragen bis zum 6. März 2021 zu beantworten und an oberursel@nulladfc-hochtaunus.de zu mailen. Natürlich werden wir Ihre Antworten auf unserer Website adfc-oberursel.de veröffentlichen und der Presse weiterleiten, so dass Ihre Wählerinnen und Wähler Ihre Vorhaben zu diesen Themen prüfen können.

a) Werden Sie sich für die Realisierung dieser beiden Routen gemäß der Standards in Oberursel bis 2026 einsetzen?

Eine Mobilitätsstrategie der Zukunft muss den Umstieg auf den ÖPNV und auch das Rad in den Fokus rücken: attraktiv, barrierefrei und den Anforderungen in Oberursel angepasst. In jedem Fall kann in diesem Kontext mit meiner Unterstützung für beide Routen gerechnet werden, wobei der genaue Verlauf noch entwickelt werden muss. Dafür werde ich als Bürgermeisterin sowohl die künftigen Nutzer und Interessensverbände wie den ADFC, aber bzgl. des Radschnellwegs auch potenzielle Kritiker, wie die Landwirtschaft und Grundstückseigentümer, einbinden. Zu Ihrer Frage des Timings: Die Beteiligung muss jetzt im Rahmen der Vorentwurfsplanung erfolgen. Wichtig ist, dass die endgültigen Routen so gelegt werden, dass sie auch tatsächlich unkompliziert von den Radfahrern genutzt werden, d.h., dass zum einen die Routen möglichst direkt verlaufen und zum anderen müssen die „Fahrradwegezubringer“ gut angeschlossen sein.

b) Für welche weiteren Radrouten in Oberursel schließen Sie die Lücken, um ein durchgängiges, sicheres Radfahren zu ermöglichen?

Die Stadt Oberursel muss die Lückenschlüsse zwischen den Radwegen innerhalb der Stadt schneller vorantreiben und das unter Einbeziehung der vorhandenen Expertise, wie die des ADFC. Mindestens drei wichtige Lücken müssen vorrangig geschlossen werden:

  1. Radweg Innenstadt-Weißkirchen: Dieses Stück ist eine wichtige Achse für viele Radfahrer und höchstgefährlich. Ich pendele häufig selbst mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Frankfurt und „jongliere“ jedesmal durch dieses Stück zwischen Autos und LKWs. Das fehlende Verbindungsstück entlang des Friedhofs muss in jeder Planung absoluten Vorrang haben. Aus Richtung Weißkirchen kommend, sind die Fahrradfahrer bis jetzt in diesem Teilstück gezwungen, den sehr gut ausgebauten Radweg zu verlassen, um auf die Frankfurter Landstraße in den Verkehr zu wechseln, um dann wieder gleich die Fahrt nach dem Friedhof auf einem gut ausgebauten Fahrradweg Richtung Innenstadt fortzusetzen. Umgekehrt ist die Abbiegespur in Höhe von „Fritten Toni“ zum Radweg sehr unübersichtlich und gefährlich.
  2. Nassauer Straße Richtung Bad Homburg (in Fortsetzung des im Rahmen des Bahnhofsprojektes geplanten Fahrradwegs; hätte aber unabhängig von dem Ausbau bereits jetzt schon eine nicht unerhebliche Relevanz) Es existieren am Ende der Stadt nur Fragmente einer auf die Straße gezeichnete Fahrradspur.
  3. Planung und Realisierung eines Fahrradweges parallel zur Oberhöchstadter Straße von der Innenstadt aus Richtung Zollhaus.

Eine vierte Route wird in Ihrem Punkt e) thematisiert.

c) Setzen Sie sich mit uns dafür ein, den Radschnellweg in Oberursel überall im Radschnellwegstandard auszubauen? – Insbesondere die notwendigen Breiten in den Bebauungsplänen am Bahnhof vorzuhalten (4 m Radweg plus mindestens 2,5 m Fußweg)

Hier ist eine genaue Abwägung wichtig. Es soll ein guter Standard für Radwege und die Sicherheit der Radfahrer hergestellt werden, andererseits keine unnötige Flächenversiegelung stattfinden. Innerstädtische Radwege sollen ein gutes und barrierefreies Fahren ermöglichen, ohne zum Rasen einzuladen, da es hierbei zu gefährlichen Situationen mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen kann. Wichtig ist, die Rücksichtnahme und das Verständnis untereinander und es ist klar, dass wir bei solchen Projekten Kompromisse eingehen müssen, um am Ende einen Gewinn für alle erzielen zu können. Die verschiedenen Interessen müssen wir bei der weiteren Ausführungsplanung berücksichtigen.

d) Tempo 30 wurde in Oberursel in vielen Straßen erfolgreich aus Lärmschutzgründen eingeführt. Nicht nur die Anwohner*innen profitieren heute von den neuen Regelungen sondern auch der Radverkehr ist durch die Entschleunigung sicherer geworden. In welchen weiteren Straßen würden Sie Tempo 30 vorschlagen?

Tempo 30 ist gut im gesamten Innenstadtbereich von Oberursel und in den Wohngebieten.

Frage zum unten beschriebenen Längsroutenansatz des ADFC Oberursel

e) Unterstützen Sie uns darin die oben genannten fünf Punkte in Oberursel für eine Hauptroute Weißkirchen-Hohe Mark umzusetzen? Welche Punkte würde Sie nicht unterstützen und haben dafür möglicherweise eine bessere Lösung, die Sie uns bitte kurz schildern?

Vielen Dank für Ihren Lösungsvorschlag – der zeigt, wie wichtig die Abstimmung mit Expert*innen und Nutzer*innen ist. Auf jeden Fall werde ich als Bürgermeisterin diesen in eine Lösung, die die Fachabteilungen in einem Beteiligungsformat erreichen, einbeziehen.

Im Anhang habe ich skizziert, welche Routen gerade bei der Schulwegsicherheit aus meiner Sicht schon jetzt zu empfehlen sind, wobei es hier vor allem an der Querung der Lahnstraße mangelt. Zu ihren fünf Punkten:

  • Den Vorschlag von der Hohemark bis zur Waldlust finde ich einen Vorschlag, der sehr schnell umzusetzen ist.
  • Anschluss zwischen der Straße Im Rosengärtchen zur Camp-King-Allee: Das ist zu prüfen, insbesondere der rechtlichen Fragen.
  • Die Verbindung von der Camp-King-Allee zum Eschbachweg: ganz
  • Querung der Lahnstraße: unbedingt notwendig und nicht zu ersetzen. Mit dieser Querung wäre auch ohne Umbauarbeiten schon jetzt eine Alternativroute zur Hohemarkstraße vom Norden Richtung Innenstadt möglich. Deshalb ist dieser Punkt prioritär für mich.

Im Detail zu meiner Skizze: Aus meiner Sicht lässt sich die Lahnstraße / B456 nur an den beiden schwarz-markierten Stellen queren, einmal jenseits der A661 im Feld und dann vorne an der Ampel bei der AL. Dazwischen fehlt die Querungsmöglichkeit um die roten Linien klar zu verbinden. Im Ergebnis ist die orange Linie durch Ollenhauer- und Herzbergstraße insbesondere für die Schüler*innen deutlich attraktiver.

  • Bommersheimer Friedhof: s. Frage c