Kulturkonzept Antje Runge

Kultur ist der Kitt der Gesellschaft

Kultur ist für mich der Kitt der Gesellschaft, denn sie verbindet Menschen und schafft Gemeinschaftserlebnisse. Wichtig ist, dass sie für alle Oberurseler zugänglich und bezahlbar ist und alle Bürger teilhaben können.

In Oberursel gibt es eine sehr lebendige, vielfältige Kreativszene mit Künstlern, Vereinen wie Kunstgriff oder Kulturkreis und Kulturorten wie der Alten Wache oder dem Macondo mit Live-Musik und Ausstellungen, bei denen sich Kunstgenuss und Freundetreffen verbinden lassen. Hinzu kommen zahlreiche Vereine, die Kultur und Tradition verbinden.

Beim Thema Haushaltskürzungen, steht häufig zuerst die Kunst als freiwillige Leistung auf dem Spiel. Ich kenne die künstlerische Perspektive, bzw. die der Kulturschaffenden, da ich regelmäßig bei den Haushaltsverhandlungen die Kultur vertreten habe. Allerdings sind Finanzen und Kultur für mich kein Widerspruch, denn es gibt Lösungen, die beides miteinander verbinden. So habe ich in Frankfurt die erfolgreichste Kulturkarte im deutschsprachigen Raum, die MuseumsuferCard als Jahreskarte der Museen, konzipiert oder die Nacht der Museen als niederschwelliges Kulturevent über 15 Jahre als Projektleiterin organisiert – beides Projekte, die wirtschaftlich erfolgreich sind. Auch in Oberursel sind wirtschaftlich tragfähige Lösungen mit einem frischen Blick möglich, eine Kleinkunstbühne könnte beispielsweise über eine Kulturgenossenschaft tragfähig sein. Wir brauchen ein finanzstarkes Oberursel, damit wir uns ein kreatives Oberursel leisten können. Ich verstehe mich als Impulsgeberin und möchte neue Wege gehen.

 

Kultur braucht Raum

Egal ob es um Kunst im öffentlichen Raum, den Bedarf von Vereinen oder Kunstaktionen von Kulturschaffenden geht – Kultur braucht Raum, auch als Gedankenraum für kreative Prozesse oder als Experimentierraum.

Leerstände in Geschäftsräumen temporär als Kreativräume zu nutzen, ist eine Chance für die Innenstadtbelebung Oberursels. Diese Idee ist aus dem von mir initiierten Künstlernetzwerk entstanden und freue mich, dass die Wirtschaftsförderung als Partner der Kulturschaffenden die Koordination übernimmt. In der „Alten Apotheke“ in der Vorstadt werden in den nächsten Wochen die ersten Künstler ihre Arbeiten präsentieren.

Die Idee dahinter: Mehr Menschen kommen durch die Ausstellung ins Zentrum, damit auch potenzielle Kunden für Einzelhandel und Gastronomie. Zugleich wird der Fokus auf den leerstehenden Raum gerichtet, der sich in der Presse und Öffentlichkeit für potenzielle Mieter neu inszenieren kann. Kunst & Kultur sind dabei im Zusammenspiel von Wirtschaft & Architektur aufwertende Faktoren. Auch für die Künstler kann eine Pop Up Galerie, eine Schaufenstergestaltung oder ein temporäres Kulturkaufhaus von großem Interesse sein. Der Raum bietet ihnen die Möglichkeit, ihre künstlerische Arbeit zu präsentieren, ihre Werke auszustellen, zu verkaufen und sich bekannt zu machen. Dabei kommen Sie mit Besuchern in Kontakt, die sie sonst nicht erreichen würden. Gleichzeitig kann ein künstlerischer Zwischenraum zu einem neuen kreativen Prozess führen.

Als Bürgermeisterin möchte ich den Kulturschaffenden unter dem Begriff „Kultur braucht Raum“ neue Flächen anbieten, die attraktiv und bezahlbar sind. Ein Beispiel wäre die sanierte Stadthalle in der  Funktion eines Bürgerzentrums, das Künstlern dann grundsätzlich vielfältige Darstellungsmöglichkeiten bietet.

Mit mir regiert das Wir

Unter dem Motto „Mit mir regiert das Wir“ möchte ich als Bürgermeisterin Brücken bauen zwischen Wirtschaft und Kultur, zwischen Tradition und Moderne sowie zwischen Jung und Alt.

Dazu gehört insbesondere auch die Nachwuchsförderung mit Auftrittsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Meine Ideen sind neben Förderprogrammen und Unterstützung beim Erlernen von Instrumenten, ein Straßenmusikfestivals für junge Musiker, eine Jugend-Kultur-Bühne beim Brunnenfest oder mobile Jugendarbeit mit Musikevents. Ein Klavier im öffentlichen Raum wie eine Graffitiwand können weitere Jugendangebote sein. Wichtig ist, die Jugendkultur gemeinsam mit Jugendlichen zu entwickeln, damit sie akzeptiert wird.

Unter Einbeziehung der Bürger, Kulturschaffenden und Vereinen ist eine weitere Idee, ein Kulturwochende, abwechselnd in den Stadtteilen, mit Wein und Kunst, sowohl in den Galerien als auch in den Höfen, Ställen und Plätzen ähnlich dem Altstadt-Flohmarkt zu organisieren. Aus der Veranstaltung Macondo-Talk kam der Vorschlag, im Rushmoor-Park ein Format als Kunst im öffentlichen Raum zu initiieren, das dem Mauerpark in Berlin ähnelt: Ein Ort der Begegnung, an dem Musiker sich ausprobieren können, mit Open-Air-Karaoke, (Straßen-)Künstler malen, Sport stattfindet, ein Flohmarkt oder andere Aktivitäten zu einem spontanen Volksfest einladen.

Ich verstehe die Rolle als Bürgermeisterin, einen Ermöglichungsraum zu schaffen, durch Räume und Infrastruktur, Vernetzung und Koordination. Die Verwaltung kann künstlerische und verbindende Prozesse starten, fördern und diese durch eine gemeinsame Werbung sichtbar machen. Allerdings immer ergebnisoffen, nicht wertend und stets respektvoll gegenüber der künstlerischen Freiheit.

Seit mehr als zwanzig Jahren arbeite ich in verantwortlicher Position im Bereich Kultur bei der Stadt Frankfurt am Main, zuerst im Kulturdezernat, jetzt als Stabstellenleiterin „Kulturelle Bildung“. Weiterhin bin ich aktives Mitglied in  verschiedenen Kulturvereinen wie dem Kunstgriff, der Windrose, dem Forum für Kunst und Kultur oder dem Städtepartnerschaftsverein VFOS, wo der kulturelle Austausch ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Vor zwei Jahren habe ich ein Künstlernetzwerk in Oberursel gegründet – all das zeigt, dass Kultur eine Herzensangelegenheit für mich ist und deshalb möchte ich Ihnen mein Kulturkonzept für Oberursel vorstellen.

Weitere Infos erhalten

    dass meine personenbezogenen Daten (E-Mail-Adresse) unter strikter Beachtung des gesetzlichen Datenschutzes nur zur Kontaktaufnahme und Bearbeitung einer eventuellen Anfrage gespeichert werden. Meine Einwilligung dazu kann ich jederzeit widerrufen.