Sechs Männer und eine Frau, starke Wirtschaft und Lockdown light – 03. November 2020

03.11_._Meine_Woche_____Sechs_M__nner_und_eine_Frau__starke_Wirtschaft_und_Lockdown_light_

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Vier Wochen sind seit der letzten Ausgabe von „Meine Woche“ vergangen, daher müsste es heute eigentlich „Mein Monat“ heißen. Viele Begegnungen und Diskussionen zu unterschiedlichen Themen prägten die zurückliegende Zeit, genauso wie steigende Corona-Zahlen und die Absage zahlreicher Veranstaltungen. Auch ein neuer Bürgermeisterkandidat hat zwischenzeitlich seinen Hut in den Ring geworfen. Sechs Männer und mit mir nach wie vor die einzige Frau sind jetzt also am Start. Trauen wir Frauen uns immer noch zu wenig zu? Sind Netzwerke männlich und besteht Chancengleichheit in den politischen Strukturen und Auseinandersetzungen? Wie können wir die Partizipation geschlechterübergreifend gestalten? Das sind Fragen, die ich mir durchaus stelle, beantworten muss sie aber letzten Endes jede(r) für sich selbst. Ich freue mich über das große, überparteilich positive Feedback was ich überall erhalte und bin mir sicher: Frauen führen nicht besser, aber anders und gemischte Teams stehen für Erfolg. Mich zumindest bestätigt das, abgesehen von inhaltlichen Unterschieden und meiner klaren Haltung, in meiner Kandidatur als Bürgermeisterin:  Im Jahr 2021 ist es endlich Zeit, dass auch in Oberursel im hauptamtlichen Magistrat eine Frau verantwortlich vertreten ist.

Schöne wäre es, wenn alle Kandidaten im Rahmen von gemeinsamen Podiumsdiskussionen offen mit den Bürgern und Bürgerinnen über ihre Vorhaben und Vorschläge für die weitere Entwicklung Oberursels diskutieren könnten. So würden unterschiedliche Herangehensweisen und Lösungen sichtbar werden. In Zeiten von Corona wird das aber leider nicht möglich sein. Ich fände es daher klasse, wenn es gemeinsame Online-Formate gäbe, denn die Bürgermeisterwahl ist in aller erster Linie eine Persönlichkeitswahl. Nicht zuletzt deshalb, biete ich Ihnen auch das Format „Meine Woche“ regelmäßig an, damit Sie mich als Person besser kennenlernen können. Und da persönliche Begegnungen im jetzt beginnenden Lockdown nicht möglich sind, können Sie mich ab sofort auch online treffen. Termine für die verschiedenen Online-Formate finden Sie hier auf meiner Homepage. Bei Interesse schreiben Sie einfach eine Mail an antjerunge21@nullgmail.com, dann melde ich mich zeitnah bei Ihnen.

Sie alle haben die zum Teil recht leidenschaftlich geführte Diskussion über Kita-Gebühren möglicherweise in den Zeitungen oder in den sozialen Medien verfolgen können. Unabhängig davon wer da wann was in welcher Form gesagt hat, bleibe ich hier klar bei meiner Haltung: Gestaffelte Gebühren – am besten unter Berücksichtigung der Wohnpreise – erfassen die Situation in Oberursel am besten, können kleine und mittlere Einkommen entlasten oder dort für Stabilität sorgen. Hohe Einkommen können stärker belastet werden. Daher begrüße ich das Anliegen der Bürgerinitiative „Gerechte Gebühren“, die sich für einkommensabhängige Gebühren stark macht, ganz ausdrücklich. Auch in der zweiten Runde meiner Spielplatzgespräche hat dies eine große Rolle gespielt. Kernpunkt ist und bleibt aber die Schaffung ausreichender Kita-Plätze in Oberursel. Dabei und auch in der Gebührenfrage müssen Eltern und Erzieher rechtzeitig und permanent beteiligt werden. Aus meiner Sicht ist daher ein „Neustart“ für alle Themen rund um die Kinderbetreuung unerlässlich und als Bürgermeisterin mache ich dies zur Chefsache.

Mir ist klar, dass soziale Leistungen nicht einfach nur durch Umschichtungen im kommunalen Haushalt realisiert werden können, sondern solide Finanzen und entsprechende Einnahmen voraussetzen. Das bedingt eine starke Wirtschaft und eine entsprechende Mittelstandsförderung in Oberursel unter Beachtung ökologischer Gesichtspunkte. Meine konkreten Vorstellungen dazu, habe ich kürzlich dem Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft Hochtaunus vorgestellt. Für die Zukunft ist auch für mich die Senkung der Gewerbesteuer ein wichtiges Ziel, um Oberursel als Wirtschaftsstandort weiter zu entwickeln. Allerdings lassen die derzeitige Haushaltslage und die coronabedingten Ausfälle dies aktuell noch nicht zu. Aus meiner Sicht wäre es daher unseriös, jetzt eine Senkung zeitnah zu versprechen, insbesondere mit Blick auf erhöhte Steuer- oder Gebührenbelastungen für die Bürger, die erst kürzlich eingeführt wurden. Für mich ist es Kernaufgabe einer Bürgermeisterin, jederzeit intensiv und sensibel sowohl Steuersenkungs- als auch Einsparpotenziale auf der Ausgabenseite kontinuierlich zu prüfen, denn es geht einerseits darum die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Oberursel zu erhalten, andererseits aber den Gesamtausgleich des kommunalen Haushaltes sicherzustellen und soziale Leistungen nicht zu gefährden. Für mich heißt es daher nicht entweder Wirtschaftsförderung oder Soziales, sondern beides im Verbund. Mein Kommentar zum Oberurseler Haushalt 2021 finden Sie auch hier: Youtube Antje Runge 2021

Daher habe ich auch die ganztägigen Haushaltsberatungen des parlamentarischen Haushaltsausschusses als Gast sehr intensiv verfolgt und mir dafür einen Tag Urlaub genommen, um direkt dabei sein zu können. Fest steht: Es wird nicht einfach in den kommenden Jahren. An der einen oder anderen Stelle fahren wir gewissermaßen auch auf Sicht. Ohne Zweifel wird auch der Lockdown light Auswirkungen u.a. auf die Oberurseler Gastronomie und vermutlich auch auf den Einzelhandel haben. Sehr imponiert hat mir, dass in Oberursel die Bereitschaft zum lokalen Kauf und zur Nutzung der „To go“-Angebote durchaus vorhanden sind und dazu auf der lokalen Facebook-Seite „Oberursel Forum“ und auch auf der städtischen Seite „Oberursel im Dialog“ extra Aktionen zur Unterstützung gestartet wurden. Auch das ein Zeichen für ein liebens- und lebenswertes Oberursel.

Neben vielen Treffen und intensiven Begegnungen im Rahmen des Wahlkampfs, die Sie auf meiner Homepage, Facebook- oder Instagramseite zum Teil direkt verfolgen können und die mich immer wieder motivieren und zeigen wie breit die Unterstützung für meine Kandidatur quer durch alle politischen Lager ist, war in der zurückliegenden Zeit auch der private Ausgleich wichtig, um Luft zu holen und abzuschalten. Ich liebe die Herbstzeit, daher bin ich auch in diesen Tagen immer wieder gern im Wald zu Spaziergängen. Und auch wenn meine Familie momentan etwas zurückstecken muss, mich aber vorbehaltlos unterstützt, so gibt es selbstverständlich Dinge, die wir gemeinsam machen. Mindestens einmal wöchentlich heißt es neudeutsch „support your locals“, da unterstützen wir die örtliche Gastronomie entweder durch Besuche oder wie jetzt wieder durch Bestellungen. Das kulinarische Zusammensein und die Gespräche genießen wir jedes Mal. Als Flohmarkt-Fan habe ich mir auch die Zeit genommen, um mit meiner Tochter im Oktober den „Mädelsflohmarkt“ für Trödelfans in Frankfurt zu besuchen – das zeigt übrigens auch, dass die Durchführung von Flohmärkten, anders als in Oberursel von der Verwaltung gehandhabt, möglich sind. Und Theater war mir wichtig. Mit meinem Sohn habe ich gemeinsam das sehr unterhaltsame Theaterstück „Symphonie des Augenblicks“ in St. Crutzen besucht.

Die Lage der Kunst- und Kulturschaffenden macht mir aktuell große Sorge, denn Kultur ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Das wurde auch bei einer Veranstaltung rund um das Thema Kultur im Macondo sichtbar. Und neben der professionellen Kulturszene sind auch alljene nicht zu vergessen, für die Kunst und Kultur, das Musizieren, das Theater spielen, die Malerei, das Fotografieren oder die Brauchtumspflege Hobbys sind. Auch der Amateursport gehört dazu. Wir müssen in Oberursel gemeinsam Sorge dafür tragen, dass die Vereinsvielfalt erhalten braucht. Ich denke, dass es dafür einen breiten Konsens in der Gesellschaft und auch in der Politik gibt. Die meisten Großveranstaltungen, auf die viele gehofft hatten, sind abgesagt. Was künftig möglich sein kann, wird die weitere Entwicklung zeigen. Momentan schauen wir da eher in einer Glaskugel. Verzicht und Freude müssen sich m.E. aber nicht ausschließen, wenn wir verantwortungsbewusst, kreativ und mit gegenseitiger Rücksichtnahme miteinander umgehen. Vielleicht können städtisch erstellte „Muster-Hygiene-Konzepte“ den Vereinen helfen, in den kommenden Monaten die eine oder andere Veranstaltung zumindest ihren Mitgliedern anzubieten.

Haben Sie Ideen, Impulse oder Anregungen zu Themen, die Sie und Oberursel bewegen? Dann schreiben Sie mir gern oder melden sich zu einem meiner Online-Termine an. Gern können Sie mich mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand aber auch ansprechen, wenn wir uns in der Stadt begegnen. Aufgrund der schwierigen Corona-Situation sind größere Termine in der Öffentlichkeit momentan leider nicht möglich. So gern ich auch dazu wieder einladen würde, Gesundheit und gegenseitige Rücksichtnahme gehen vor. Bleiben Sie gesund.

Herzlichst Ihre
Antje Runge